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Die ersten 30 Jahre

Wie bei Bonsai üblich fing alles ganz klein an. 1982 wurde der Betrieb in Münster eröffnet: Ein Ladenlokal in der Weseler Straße 57 wurde bald zum Treffpunkt der örtlichen Bonsai-Gemeinde. Mittlerweile ist das Bonsai-Zentrum - inzwischen in Ascheberg auf einem Gelände von über 6.000 m² mit 12 Mitarbeitern - zu einem der deutschlandweit führenden Unternehmen der Branche gewachsen.

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Neubau Ascheberg 2007

 

Wolfgang Klemend

Ausbildung an der Fachhochschule Osnabrück zum Dipl.Ing. Fachrichtung Garten und Landschaftsbau, anschließend 5 Jahre Betriebsleiter in einem Garten-Landschaftsbaubetrieb. In dieser Zeit die ersten Kontakte zu Bonsai.
Im September 2003 Beginn der Ausbildung nach dem Lehrplan der Vereinigten Bonsaischule Japans bei der Scuola d’ Arte Bonsai unter Hideo Suzuki und Keizo Ando: Abschluß als "Anerkannter Lehrer".

Wie sind Sie dazu gekommen, sich für Bonsai zu interessieren?
Meinen ersten Bonsai erhielt ich vor mehr als 30 Jahren als Geschenk. Damals gab es kaum deutsche Literatur über die Bonsai-Kultur, ich habe mich dennoch daran versucht und er hat - dank meiner gärtnerischen Kenntnisse - überlebt. Dabei bin ich auf den Geschmack gekommen. Ich habe dann letztlich, wie man so schön sagt, aus meinem Hobby einen Beruf gemacht und ein Spezialgeschäft für Bonsai aufgemacht. Aus dem anfänglichen Ein-Mann-Betrieb ist heute das Bonsai-Zentrum Münsterland geworden.

Sie sind inzwischen selbst Bonsai-Lehrer geworden - wie sah Ihre Ausbildung dazu aus?
Ich habe eine sechsjährige Ausbildung bei einem japanischen Bonsai-Meister gemacht, der hier in Europa nach der traditionellen Schule unterrichtet hat. Das fand mehrmals im Jahr anhand von Intensivkursen am Wochenende statt. Jetzt darf ich selbst unterrichten und biete auch ebensolche Kurse im Bonsai-Zentrum an.

Man sagt, „ein Bonsai ist nie vollendet“ - gilt das auch für Ihre eigene Schulung?
Ja, absolut, man lernt nie aus! Ich mache jedes Jahr weitere Schulungen. Mein Traum ist es, einmal für ein halbes Jahr nach Japan zu gehen und dort bei einem Bonsai-Meister zu arbeiten, um diese Kunst noch tiefer und aus erster Hand zu lernen. In Japan existiert auch heute noch eine völlig andere Bonsai-Kultur. Ein Bonsai-Meister hat dort den Rang eines angesehenen Künstlers.

Was fasziniert Sie besonders an der Kunst des Bonsai?
Ich kann an einem Bonsai immer weiter arbeiten und ihn verbessern, er wird praktisch nie fertig - jedenfalls nicht in dem Sinne, wie etwa ein Maler oder ein Bildhauer ihre Kunstwerke irgendwann fertig gestellt haben. Die Beschäftigung mit Bonsai ist eine endlose Aufgabe. Andere mögen von diesem Aspekt abgeschreckt werden - mich fesselt das. Letztlich strebt man mit jedem Bonsai Perfektion an, und wenn es nur die Auswahl einer passenderen Schale ist. Mir macht das selbst nach über 30 Jahren noch sehr viel Spaß. Über so einen langen Zeitraum entwickelt sich eine enge Beziehung zu den Pflanzen und man weiß genau, wann ein Baum ruhen muss, und wann er Zuwendung braucht. Man bekommt aber auch sehr viel zurück von einem Bonsai: Man lernt, geduldig zu sein, und es gibt mir innere Ruhe und Freude, mich mit meinen Bäumen zu beschäftigen.

Sie sind beruflich den ganzen Tag von Bonsai umgeben, haben Sie überhaupt Bonsais bei sich zuhause stehen?
Ja, ich habe zwölf Bäume zuhause, alles Freilandbonsai. Einige davon habe ich schon sehr lange. Man hängt doch sehr an ihnen, sie sind ja fast wie eigene Kinder, die man selbst „erzogen“ hat! Die meisten habe ich entweder aus Yamadori (Findlingen aus der Natur) oder aus Jungpflanzen selbst entwickelt.

 

Ingo Klemend

Ausbildung an der Uni Münster zum Diplom-Kaufmann. Über viele Jahre in das Unternehmen gewachsen und schließlich 2006 nach Studienabschluss offizieller Einstieg. Zusammen mit dem Vater Leitung der Geschäfte.

Wie Sind Sie zu Bonsai gekommen?
Meine ersten Begegnungen mit Bonsai habe ich natürlich meinem Vater zu verdanken. Schon als ganz kleiner Junge habe ich im Laden geholfen und durfte an den Pflanzen arbeiten. Ich bin mit dem Unternehmen gewachsen und habe gesehen, wie viel Liebe und Kraft mein Vater in den Laden gesteckt hat. Später, während des Studiums, habe ich dort ausgeholfen und bin so nach und nach immer vertrauter mit dem Geschäftsalltag geworden. Dann haben wir uns entschlossen, zusammen weiter zu machen.

Sie haben Betriebswirtschaft studiert. Passt das zu Bonsai?
Ich denke schon, denn: Was passt nicht zu Bonsai? In meinen Augen ist Bonsai eine Philosophie. Es gibt keine zwingend nötigen Vorkenntnisse oder gar eine Ausbildung, die man abgeschlossen haben muss. Wer sich interessiert und engagiert zeigt, kann sehr schöne Bäume erarbeiten. Ich übernehme im Unternehmen zwar hauptsächlich kaufmännische Aufgabenbereiche, aber ohne Vorkenntnisse über Bonsai wäre mir die Arbeit nicht möglich. Da hilft es, dass ich meinem Vater schon viele Jahre über die Schulter geschaut habe.

Kommen Sie sich nicht in die Quere?
Ganz im Gegenteil. Mein Vater und ich ergänzen uns hervorragend. Ich denke, das ist auch unser Erfolgsrezept. Von ihm habe ich gelernt, dass man viel Engagement und Mut aufbringen muss, um weiter zu kommen. Wir haben jeden Tag aufs Neue so viel zu erledigen, dass wir beide alle Hände voll zu tun haben. Da ist es wichtig, dass man sich Aufgaben teilen und auf den anderen verlassen kann.

Das Geschäft existiert bereits über 30 Jahre. Wie geht es weiter?
Besonders in den letzten Jahren haben wir viel investiert, um unseren Kunden neben guter Ware auch ein besonderes Ambiente vor Ort zu bieten. Wir werden den nahen Kontakt zu unseren Kunden halten und unser Sortiment weiter ausbauen. Ich bin mir sicher, dass wir zusammen mit unseren Mitarbeitern die zahlreichen Ideen, die wir noch haben, erfolgreich umsetzen können.